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Neuer Artikel in Agricultural and Forest Meteorology

03.06.2026

Wie reagieren Bäume auf die veränderte Wasserverfügbarkeit durch den Klimawandel?

Der Klimawandel verursacht häufigere Dürren, höhere Evapotranspiration und kann mancherorts sogar für mehr Regen sorgen. Trotzdem wissen wir immer noch nicht genau, wie sich das langfristig auf die Feuchtigkeitssensitivität von Bäumen auswirkt - also darauf, wie sehr das Wachstum von Bäumen davon abhängt, wie viel Wasser zur Verfügung steht.

In einem neu erschienenen Artikel in Agricultural and Forest Meteorology, an dem unser Kollege David Gampe beteiligt war, haben Song et al. genau das untersucht: Sie wollten wissen, wie das lokale Klima und sogenannte hydraulische Eigenschaften von Baumarten (die Fähigkeit zur Aufnahme, zum Transport, zur Verwendung und zur Abgabe von Wasser) beeinflussen, wie die Bäume auf veränderte Wasserverfügbarkeit reagieren.

Mithilfe einer Jahresring-Analyse sowie Klima- und Datenmodellierung und Computersimulationen haben sie Folgendes herausgefunden:

  • Feuchtigkeitslimitierung: Das Wachstum von 78,4 % der untersuchten Bäume war durch die Wasserverfügbarkeit limitiert, wobei etwa die Hälfte im Laufe der Zeit eine zunehmende und die andere Hälfte eine abnehmende Sensitivität zeigte.
  • Einfluss von Klimazonen: In bereits trockenen, wasserlimitierten Wäldern (wie Savannen und saisonalen Wäldern) führt die Erwärmung dazu, dass Bäume noch empfindlicher auf Dürre reagieren. In kalten, energielimitierten Wäldern (wie der arktischen Tundra) verringert die Erwärmung hingegen die Feuchtigkeitssensitivität – vermutlich, weil Eis und Permafrost schmelzen und im Frühjahr unerwartet Wasser bereitstellen.
  • Gegenläufige Anpassung: Die Forschenden hatten erwartet, dass an Dürre angepasste Bäume (Arten, die für das Überleben in trockenen Klimazonen gerüstet sind) mit der Erwärmung am besten umgehen können. Stattdessen stellten sie fest, dass dürreadaptierte Arten bei steigenden Temperaturen viel stärker durch Wassermangel limitiert wurden. Die schiere Intensität des höheren Dürrestresses setzte ihre natürlichen Abwehrmechanismen quasi außer Kraft.

Intakte Wälder nehmen Kohlendioxid auf und sind einer unserer besten Schutzschilde gegen den Klimawandel. Zu verstehen, wie sie auf ein wärmeres Klima reagieren, ist wichtig, damit wir sie richtig und effektiv bewirtschaften können. Andernfalls könnte die Klimaerwärmung dazu führen, dass unsere Wälder absterben und – anstatt CO2 aufzunehmen – potenziell sogar riesige Mengen an Kohlenstoff zurück in die Atmosphäre abgeben.

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